Deutscher Alpenverein, Sektion Dortmund e.V.

Tourenbericht: Transalp 2012 – Von Oberstdorf nach Riva

Tourenbericht: Transalp 2012 – Von Oberstdorf nach Riva

Nach wochenlanger Vorfreude war es endlich soweit! Tourleiter Heiko Goseling hatte uns 4 Mountainbikefreaks mit viel Tourenfutter versorgt und uns somit gut auf alle Etappen vorbereitet.

Mit 2 PKWs ging es dann am 14.09.2012 endlich los Richtung Oberstdorf. Dort im Dunkeln angekommen, ging es zum Einradeln über 13,25 km und 350 Höhenmetern mit einer spannenden „Nachtfahrt“ nach Einödsbach.

Von hieraus startete am Samstag unsere Transalp über die „Joe-Route, d.h. 7 Etappen mit insgesamt 429 Kilometern und 14250 Höhenmetern.

Nach einer ruhigen Nacht und einem guten Frühstück ging es dann endlich los. Die Tour führte uns erst über den Schroffenpass mit der legendären Aluleiter. Hier wurden unsere Bikes die Leiter hinaufgetragen. Vorbei am Formariensee mit einer herrlichen Landschaft und einem kurzen Stopp in der Freiburger Hütte erreichten wir unser erstes Etappenziel in Dalaas. Nach den ersten 50 Kilometern und 1550 Höhenmetern bekamen wir bereits einen Geschmack auf das, was uns in den kommenden Tagen erwarten wird.

Früh morgens ging es zur 2. Etappe auf die Räder. Hier hatten wir bereits die ersten Verluste zu beklagen.  Zwei Biker scheuten den ersten steilen Anstieg hoch auf den Sonnenkopf und nutzten die Möglichkeit die Höhenmeter mit der Seilbahn abzukürzen. Vom Sonnenkopf ging es dann wieder gemeinsam durch das Silbertal zur Heilbronner Hütte und von dort aus führte uns eine tolle Abfahrt bis nach Galltür, wo das nächste Etappenziel lag. Dabei begleiteten uns den Tag über Temperaturen von 8 – 29,8 Grad.

Am dritten Tag lernten wir nun unsere Grenzen kennen. Doch unser Tourguide Heiko führte uns stets sicher durch alle Unwegsamkeiten. Am Ritzenjoch gab es kein Fahren mehr und so wurden unsere Räder zum Rucksack und wir konnten den Sattel über 5 Stunden weder bergauf noch bergab nutzen. Vorbei an der Heidelberger Hütte mit einer deftigen Käse- und Wurstplatte fuhren wir über den Firmen Pass mit einer spektakulären Geröllabfahrt. Hier kam es nach einem Sturz nicht nur zu blutigen Schürfwunden, sondern auch zum ersten Materialschaden. Notdürftig repariert ging es zum nächsten Ort Sur En, wo Halt gemacht wurde um die Ersatzteile zu beschaffen.

Unseren Rückstand holten wir in der 4. Etappe wieder auf. Zum Einstieg ging es über den Reschenpass (ca. 1000 Höhenmeter) bergauf zur Sesvenna Hütte. Um die verlorene Zeit jetzt herauszuholen, ging es über Glorenza nach Trafoi – unserem nächsten Ziel.

Die 5. Etappe war gleichzeitig auch unsere einzige Regenetappe. Auf fast 50 Serpentinen ging es hoch zum Stiftser Joch auf 2.757 Meter, wo uns der ein oder andere „Erlkönig“ überholte.
Da hier im Regen die Abfahrt über Singletrail zu gefährlich gewesen wäre, musste auch hier teilweise der Asphalt genutzt werden. Vorbei an Borneo ging es dann nach Santa-Catarina.

Gut ausgeschlafen war uns am 6. Tag auch die Sonne wieder hold. Wenn es auch morgens mit Temperaturen um den Gefrierpunkt sehr kühl war, erreichten wir bei immerhin 24 Grad unsere Ziele. Malerische Landschaften sowie Dörfer, die schienen, als seien sie dem Mittelalter entsprungen, begleiteten uns durch diesen Tag. Durch Passo di Gavia über Cade die Viso am bekannten Refugio Botti vorbei kamen wir zu einer Verschnaufpause an den Lago di Pian.  

Angekommen in Dimaro sammelten wir unsere Kräfte für das letzte und längste Stück.
Wir machten uns für die 90 Kilometern mit 2361 Höhenmetern zeitig auf den Weg. Angespornt durch die Aussicht unser Ziel gemeinschaftlich zu erreichen, wurden noch mal die letzten Kräfte mobilisiert. Highlight dieser Etappe war – neben einer spektakulären Geröllabfahrt (die Wunden der letzten waren ja auch schon etwas verheilt)- die grandiose Aussicht auf den Gardasee. Kleine Schwächen der Teamkollegen wurden durch Anschubhilfe bei dem letzten kräftezehrenden Anstieg überbrückt.

Die Ankunft am Gardasee in Riva wurde erst mal mit einem standesgemäßen Grappa und dem ein oder anderem Gläschen Rotwein gefeiert.