Deutscher Alpenverein, Sektion Dortmund e.V.

Bergsommerwoche im Stubaital – im Juli 2014

Bergsommerwoche im Stubaital – im Juli 2014

Auf Abenteuertour mit der Familiengruppe des DAV Dortmund

Im Juli 2014 haben wir es tatsächlich gewagt. Eine Woche Urlaub auf der Sulzenauhütte mit 6 Familien aus dem Umkreis von Dortmund in den „Echten“ Bergen. Auf den Weg machten sich 6 Familien mit insgesamt 10 Erwachsenen und 14 Kindern im Alter zwischen 1 und 13 Jahren. Die Sulzenauhütte liegt in den Stubaier Alpen auf einer Höhe von 2195m. Der Aufstieg dauert in der Regel zwei Stunden, was von den größeren Kindern auch leistbar ist  (mit 1-6-jährigen Kindern fünf Stunden… und gut, dass es eine Materialseibahn gibt!).

Die folgenden Ausführungen sind ein Gemeinschaftsprodukt der Gruppe, an dem sich sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen beteiligt haben.

20.Juli 2014 Wir sind viele (und haben das Schlimmste hoffentlich hinter uns)!
Treffen war doch um 13 Uhr, oder? Naja, einige dachten um 11 Uhr und so war 12 Uhr kein großes Problem. Zwei Familien trafen sich schon auf der A12 auf dem Weg zum Treffpunkt und zwei weitere waren sich schon tags zuvor zufällig beim Lagerverkauf von Vaude am Bodensee begegnet.

Nach einigem hin und her (Wo parken wir unsere Autos?…) war es schlussendlich 13 Uhr bis wir den Aufstieg in Angriff nahmen. Nach einer Stunde waren wir an der Sulzenaualm, pünktlich zum kurz vorher hereinbrechenden Regen. Dort trafen wir auch auf die „Kleinen“ der Familiengruppe, die 2 Stunden zuvor gestartet waren. (Arnold)

Die Aufregung auf Seiten einiger Eltern war im Vorfeld recht groß: Werden die Kleinen den Aufstieg von 700hm schaffen? Muten wir ihnen zu viel zu?…

Doch nach insgesamt fünf Stunden, viel Zuspruch, einer Menge Motivations-Gummibärchen und genügend Pausen zum Spielen und Erholen waren wir oben und kamen zeitgleich mit den drei anderen Familien unserer Gruppe an. Puh… die erste Hürde war geschafft und alle waren sehr stolz auf sich und die Kinder.

Die Hütte liegt ganz idyllisch und einsam am Stubaier Hauptkamm. Daneben befindet sich ein kleines Nebenhaus mit drei Bettenlagern. Dieses war für uns reserviert, so dass wir für die kommende Woche unser eigenes kleines Reich hatten. Unsere Unterkunft war sehr einladend gemütlich und einfach gehalten. Wir hatten sogar unseren eigenen Waschraum mit erfrischendem Gletscherwasser. Den Luxus einer Dusche gab es im Haupthaus, wobei sich diese ca. 200 Gäste teilen müssen.

Nach unserer ersten wohlverdienten Abendmahlzeit, über die alle gierig herfielen, probierten sich Einige im Mäxchenspielen, während die „Kleinen“ schon glücklich und erschöpft in ihren Betten lagen. (Isabel)

21. Juli 2014: Tag 2
Ein erster Blick aus dem Fenster: Regen, dunkle Wolken, heranziehendes Gewitter!!! Was machen wir bloß den ganzen Tag? Langeweile droht! Wir sitzen in der Hütte und starren nach draußen! Besserung ist nicht in Sicht!

Der Hüttenwirt öffnet den Seminarraum für uns und die Frauen spielen mit den Kindern einige Kreisspiele, während die Männer eifrig Knoten basteln (Caro natürlich auch!!): doppelter Spierenstich, Schmetterlingsknoten… .

Ein Lehrer aus Hannover, der mit seiner Klasse hier ist, zeigt den Kindern Abseilübungen von der Hüttendecke und so kommen wir über den Mittag.

Am späten Nachmittag machen wir noch eine Wanderung zur „Blauen Lake“ und besichtigen den Klettergarten.

Der Tag ist gerettet! (Heike)

22. Juli 2014: Tag 3
Frühstück ist zwischen 6-8 Uhr. Wir peilen 7 Uhr an, scheitern aber schon am zweiten Tag. Trotzdem sind wir um 9 Uhr abgehbereit. Es soll zum Grünausee gehen. Angepeilte Laufzeit: 1 Stunde. Das Wetter bietet viel: keine Sonne, kein Regen, dafür Wolken und knapp zweistellige Temperaturen. Wir laufen in einer langen Schlange los. Vorne die schnellen Kinder, hinten die Eltern mit den kleinen Kindern.

Nach ¾ der Strecke ist Schluss: Die „Kleinen“ gehen mit ihren Eltern zurück, picknicken und spielen noch am Fluss, die Anderen marschieren weiter. Am Grünausee angekommen wird sofort ein Geo-Cache geortet und gefunden. Auf dem Rückweg haben wir unsere „Eltern-Kind-Gruppe“ immer im Blick. Kurz vor der Sulzenauhütte holen wir sie ein und so konnten wir gemeinsam wieder ankommen. Das war gut so, denn so konnte gemeinsam so mancher Apfelstrudel und Kaiserschmarrn vertilgt werden (auf der Terrasse!).

Am Nachmittag haben wir uns noch von einem Felsen, dicht vor der Sulzenauhütte abgeseilt. Es gab auch Schaulustige aber es reichte nicht, einen Klingelbeutet herumzureichen. Die Leistungen der Kinder und einiger Eltern waren aber ansprechend.

Zum Abendessen gab es Fisch (-stäbchen) mit Pommes. Es geht das Gerücht, dass die Teller so sauber waren, dass sie nicht gespült werden mussten.

Danach wurden noch einige Runden „Mäxchen“ gespielt. Das Spiel findet generationsübergreifend immer mehr Mitspieler. (Guido)

23. Juli 2014: Tag 4
Heute sind wir um 9 Uhr losgewandert zum Klettergarten. Dort haben einige den Übungsklettersteig ausprobiert, sind geklettert oder haben sich abgeseilt. Es wurde sehr nebelig und kalt. Daher sind ein paar von uns zur Hütte zurückgegangen, andere sind noch geblieben. An der Hütte wurde es aber auch nicht langweilig: Ein Hubschrauber kam und hat Baumaterialien geliefert. Das war sehr spannend.

Nachmittags haben alle den „Flying Fox“ neben der Hütte ausprobiert. Selbst die Kleinsten haben sich getraut, mit der Seilrutsche über den reißenden Fluss zu fahren.

Ein paar Erwachsene haben den Klettersteig daneben schon mal in Augenschein genommen. Ob der wohl für die Gruppe in Frage kommt?

Am Abend haben sich alle ihre Lasagne verdient. (Johanna)

24.Juli 2014: Tag 5
Heute haben wir uns aufgeteilt: Alexandro blieb mit den Kindern auf der Hütte, Isabel, Tobias und die Kinder, Oskar, Johanna, Jonas und Kristine haben eine eigene kleine Wanderung unternommen. Die zweite Wanderung ging zur Dresdener Hütte. Hier waren mit dabei: Familie Fruntke, Arnold und Anna, Sarah und Guido mit Emma und Oskar und ich (Caro). Abmarsch 7.45 Uhr hat pünktlich und gut geklappt. Die 1. Etappe: Sulzenauhütte – Großer Trögler (2901m). Die Stimmung war gut, fröhlich stiefelten wir los, immer bergauf, das Gipfelkreuz schon im Blick, vorbei an zahlreichen Murmeltierbehausungen, ein Höhenmeter nach dem anderen hustend und schniefend, dann: Seile! Ab hier musste gekraxelt werden, bloß nicht nach vorn gucken! Und auf dem Gipfel bzw. kurz davor trafen wir – Ziegen, oder so, jedenfalls hätten es auch Steinböcke sein können, wäre nicht das Fell gesagter Tiere lang und braun-weiß gewesen. Kurz vorher fanden wir einen Büschel Haare, der wohl auch von diesen Ziegen stammte. Ein original Tiroler veganes Toupet! Leider wollte es niemand von uns haben. Wir reichten es durch bis nach hinten zu Arnold, aber auch er lehnte dankend ab. Naja, nun zur Pause auf dem Gipfel: Jeder schrieb ins Gipfelbuch.

2. Etappe: Großer Trögler – Dresdener Hütte. Abmarsch ab Gipfel war um 11.50 Uhr. Der erste Abschnitt des „Weges“ war auch wieder mit viel Gekraxel am Seil verbunden, aber mit großer Erleichterung stellte ich fest, dass ich meinen inneren Schweinehund fast besiegt, nein, verprügelt hatte, denn er ließ mich in Ruhe, so dass ich meinen Weg bergab in Ruhe suchen konnte. Der Blick ins Tal der Dresdener Hütte war längst nicht so schön wie wir es erwartet hatten: Gondelbetrieb, Schneekanonen, Geröll. Nur der reißende Fluss wurde von allen begeistert in Augenschein genommen.

Pause auf der Dresdner Hütte: Das Essen war gut, die Hütte allerdings so groß, dass sie wie ein Hotelbetrieb wirkte; da war uns allen doch die Sulzenauhütte lieber!

3. Etappe (Rückweg): Dresdner Hütte – Beiljoch. Abmarsch 14 Uhr. Diesmal ging es doch recht steil und zügig voran, wir sammelten fleißig Höhenmeter, eine feuchte Wolke war unser steter Begleiter – es ging über Geröllfelder – von oben kamen uns Wanderer entgegen, die meinten, „auf der anderen Seite scheint die Sonne“, d.h. im Sulzenautal. Leider fing es aber ab dem Beiljoch so richtig an zu regnen. Die vielen vielen Steinmännchen dort waren sehr beeindruckend!

4. Etappe: Beiljoch – Sulzenauhütte. Wir entschieden uns, dem „Wilde Wasserweg“ zu gehen. Direkt am Gletscher vorbei konnten wir den Gebirgsfluss sehr gut beobachten, und: das Wasser rauschte in Fällen, sprudelte, wirklich beeindruckend!

Alles in allem ein gelungener, wenn auch anstrengender Tag, insgesamt ca. 2000 Höhenmeter, yeah! (Caro)

Die zweite Gruppe

Nachdem wir uns getrennt hatten, haben die Kinder draußen gespielt. Alexandro hat ein paar Seile am Kletterfelsen eingehängt, so dass wir daran rauf und runter klettern konnten so viel wir wollten. Zwischendurch war die Aufregung sehr groß, weil die beiden Schweine ausgebrochen sind. Die Kinder hatten viel Spaß und wollten die Schweine einfangen. Die aber genossen ihre Freiheit in vollen Zügen und hoppelten glücklich durch die Berge. Schließlich schaffte es der Hüttenwirt, die Schweine einzufangen.

Gegen Mittag machten wir uns auf den Weg zur „Blauen Lake“. Dort haben wir uns einen schönen Platz am Wasser für unser Picknick gesucht und hinterher an einem Schneefeld gespielt. Auf dem Rückweg haben Sophia und ich das Spiel gespielt „Nur auf den Steinen laufen“. An der Hütte angekommen trafen wir schon bald auf den Rest unserer Gruppe. (Johanna)

25. Juli 2014: 6. Tag
Nach dem Frühstück wurden die Gurte angelegt und alle machten sich bereit für den Klettersteig an unserer Hütte. Das war sehr spannend. An einer Stelle musste man sogar über den Fluss springen. Danach haben wir uns mit einem leckeren Mittagessen gestärkt.

Das Wetter war schön und wir Kinder haben draußen gespielt. Wir haben ganz viele Raupen gefunden. Denen haben wir ein Zuhause gebaut. Wir haben auch am Fluss Steinmännchen und Staudämme gebaut. Die Erwachsenen haben schon mal die Rucksäcke gepackt, denn dies war unser letzter Tag auf der Hütte. Später haben wir noch ein paar Gruppenfotos geschossen und sind dann zum Abendessen gegangen.

Natürlich sind wir traurig, dass wir morgen nach Hause fahren, doch wir freuen uns auch schon auf Zuhause. Ich fand den Urlaub sehr schön!!! (Johanna)

26. Juli 2014: 7. Tag
Heute ging es abwärts. Den Weg von der Hütte zum Parkplatz schafften heute Groß und Klein sogar in der angegebenen Zeit von 2 Stunden. Umarmungen und herzliche Abschiedsgrüße wurden ausgetauscht und danach fuhren alle in verschiedene Richtungen. Die Einen ins nächste Tal, andere nach Italien, wieder andere nach München oder auch einfach nach Hause.

Diese Wanderwoche hat wohl bei allen bleibende tolle Eindrücke und Erinnerungen hinterlassen und Pläne fürs nächste Jahr reifen bereits langsam heran. (Isabel)