Deutscher Alpenverein, Sektion Dortmund e.V.

Körperspannung und Spitzkehren (Tourenbericht Obermaiselstein)

Am 11.2.2018 war es wieder soweit: Claudia, Michael, Iris und Andi, Mareile und Martin und Markus trafen sich im Haus Adelinde in Obermaislstein mit Bernd zu einer Skitourenwoche im Oberallgäu.

Die Voraussetzungen waren optimal: seit vielen Saisons hatte es mal wieder viel geschneit, auch am Sonntag und Montag schneite es noch, und wir hatten beste Bedingungen. Richtig tiefer Pulver, wenn nicht das beschwerliche Aufsteigen vor der Abfahrt wäre… Aber nein, mindestens die Hälfte der Gruppe erwies sich als außerordentlich gute(r) Kraxler(in), so dass manche(r) bei 500 bis 1000 HM vielleicht etwas unterfordert war… Aber der Reihe nach:

Am Montag ging es bei romantischem leichtem Schneefall – allerdings bei schlechter Sicht – zum Wannenkopf auf 1712m üNN, ca. 500 HM. Wir starteten bei der Bushaltestelle Wannekopfhütte. Eine Spur war nicht angelegt, so dass wir selber ran mussten. Bernds gekonnte Navigation durch den Wald per Kompass führte uns sicher zum Gipfel. Aber kalt ist es hier oben! Schnell fertig machen zur Abfahrt und los geht’s!

Dienstag: Der 1. Traumtag! Strahlend blauer Himmel schon beim Frühstück versprach ein besonders Bergerlebnis. Unser Ziel war der Schnippenkopf auf 1833m üNN. Wir fuhren ein kurzes Stück mit dem Auto nach Reichenbach und schon ging es los: Durch den eisig kalten und schattigen Wald bis zur Gaisalm, unserem Ort für die erste Pause. Die Alm lag in der Sonne, so dass wir die Wärme der Sonne genießen konnten. Weiter ging es durch den Wald bis zum Gipfel (HM 966)! Unterhalb des Grates gingen wir aus Sicherheitsgründen mit großen Abständen. Voll ist es hier oben, von allen Seiten wurde die Kuppe des Schnippenkopf bestiegen. Der erste Teil der Abfahrt bis zur Falkenalm ging wieder wunderbar durch tiefen Pulverschnee! Den tollen langen Hang unterhalb des Nachbargipfels Entschenkopf konnten wir leider wg. Lawinengefahr nicht fahren. So mussten wir uns den Weg durch den Wald suchen, mal abrutschend, mal absteigend, die Skier geschultert. Aber auch das gehört dazu, bald waren wir wieder auf den flach geneigten Wiesenhängen und später über den Forstweg ging es hinab ins Tal.

Mittwoch: Der 2. Traumtag! Wieder strahlender blauer Himmel bei -11° konnten wir uns auf einen weiteren außerordentlichen Skitag freuen: es ging zum Toreck, 2.017m üNN. Start war beim Mahdtalhaus in Brand. Zunächst führte die Spur wieder durch den Wald. Die Sonne schien durch die Baumwipfel und es war wunderbar still beim sanften Aufstieg. Die 950 HM zum Gipfel waren nach ca. 3 Std. geschafft. Der Ausblick auf den außergewöhnlichsten Gipfel der Allgäuer Alpen, den Hohen Ifen, begleitete uns fast den ganzen Aufstieg. Vom Toreck hat man einen tollen 360° Panorama-Blick! Die Abfahrt war größtenteils leider schon zerfahren, aber über sanfte und mal steilere Hänge ging es wieder durch tiefen Pulver hinab ins Tal. Die Waldurchquerung war diesmal bereits plattgefahren wie eine Piste. Ein toller Tag, zur Belohnung ging es in die „Cantina Vertikal“ in Riezlern wo wir bei leckerstem Kaffee und Kuchen den Tag genießen konnten.
Leider schlug in der Nacht das Wetter um.

Donnerstag: Tiefhängende Wolken und leichter Schneefall, wir hatten die Güntlespitze am Vorabend als Ziel ausgemacht. Nach 400 HM brachen wir die Tour jedoch ab, da die Sicht sehr schlecht (Nebel) war und der Schneefall stärker wurde. Der Tourenführer hatte schließlich die Empfehlung ausgesprochen, die Tour bei schlechter Sicht zu meiden. Wir nutzten den „freien“ Nachmittag, um eine ausgiebige Verschütteten-Suche –also Pieps-Suche – durchzuführen. Es regnete hier im Tal, glücklicherweise hatten wir Schirme im Auto, so dass Bernd, der die Suche leitete, nicht völlig durchweichte.

Freitag: Leider war das Wetter auch am Freitag nicht besser. Wir warteten bis mittags, es hörte auf zu schneien/regnen und wir fuhren mit dem Bus nach Grasgehren und stiegen abseits eine Piste durch den Wald zu einer Liftstation. Wir steigen zum Bolgengrat auf und konnten uns während des Aufstiegs ausführlich dem Abfahren mit Fellen und dem Üben von Spitzkehren widmen: Bergski 180 ° drehen, volle Belastung auf das jetzige Standbein/Talski, den Bergski anheben/abspreizen – „wie ein pinkelnder Hund“ – und dann entweder mit dem Absatz auf den Ski kicken oder beide Knie zusammenführen und schon ist man um die Ecke rum…

Wir hatten viel Pulver und viel Spaß, herzlichen Dank an die Gruppe und an Bernd für die tolle Woche!

Markus

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