Deutscher Alpenverein, Sektion Dortmund e.V.

Sektionswanderung Kleinwalsertal

Sektionswanderung Kleinwalsertal (Herbst 2018)

Das Kleinwalsertal bietet mit seinen Seitentälern und Höhenwegen eine große Auswahl an Wanderungen und Gipfeltouren. Dies waren u. a. die Gründe der Teilnehmer aus der Wandergruppe eine Woche lang das Kleinwalsertal kennen zu lernen. Führung und Organisation lagen in den Händen von Karin und Wolfgang.

Unser Quartier in Mittelberg-Höfle war ein optimaler Ausgangspunkt für die geplanten Wanderungen in den 6 Tagen. Dank des vor dem „Gästehaus Wildbach“ startenden Walserbusses konnten wir alle Wanderziele problemlos erreichen. Mit der uns zur Verfügung stehenden Walsercard war es nicht nur möglich die Walserbusse kostenlos zu nutzen, sondern auch einige Seil- und Bergbahnen, die uns einige Aufstiege erleichterten.

Eine erste Eingehtour führte uns am Sonntag, 09.09. entlang der Breitach ins Gemsteltal bis zur „Hinteren Gemstelalpe“. Nach einer zünftigen Trinkpause wanderten wir zurück aus dem Tal wieder zur Breitach und weiter bis nach Baad, dem letzten Ort im Kleinwalsertal. Hier lernten wir ein typisches Walserfest kennen, das „Walser Alphornfestival“. Ein Festival mit renommierten Alphorngruppen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Für uns ein genussvoller Ausklang des ersten Tages.

Die Schwarzwasserhütte war ein weiteres Ziel in der Wanderwoche. Von der Walmendingerhorn-Bergstation (1960m) führte der Weg über einen steinigen Steig – ein ständiges auf und ab – über die Ochsenköpfle zur Ochsenhoferscharte (1850m) und hinab zur DAV-Schwarzwasserhütte auf 1620 m. Eine der ältesten und bekanntesten Hütte im Kleinwalsertal. Bei Kaiserschmarren und Germknödel sowie strahlenden Sonnenwetter ließ sich gut pausieren. Danach ging es auf einem breiten Wanderweg durch das geologische und botanisch interessante Schwarzwassertal bis zur Auenhütte, wo uns der Walserbus wieder zurück ins Wildental brachte.

Über die Fiderepasshütte in Verbindung mit dem Mindelheimer Klettersteig wurde schon oft berichtet. Daher waren wir neugierig einmal selbst die Hütte, die gleichzeitig Ausgangspunkt für den Mindelheimer-Klettersteig ist, kennenzulernen. Wir starteten an der Bergstation der Kanzelwandbahn (1956m). Zunächst ging es über die Kanzelwandscharte zur Kühgundalpe auf 1740m, wo der Anstieg zum Fiderepass beginnt. Ein sehr steiler Aufstieg der uns einiges abverlangte. Dafür entschädigte uns an der Fiderepasshütte ein imposanter Panoramablick ins Wildental und auf die westliche Bergkette mit dem Walmendingerhorn sowie auf die Schafalpenköpfe mit dem Mindelheimer-Klettersteig.

Der lange Abstieg ins wildromantische Wildental immerhin rd. 800 m an einem Stück war nichts für schwache Knie und Gelenke. Alle waren hinterher heilfroh den harten Abstieg ohne große Probleme überstanden zu haben. Ein kühles Bier zum Abschluss am Gästehaus entschädigte uns für die Strapazen des langen Abstiegs.

Die Gratwanderung von der Bergstation der Kanzelwandbahn über die Fellhorn- und Söllereckspitze bis zur Söllereckbahn war eine Grenzwanderung zwischen Deutschland und Österreich. Mal wanderten wir auf der österreichischen dann wieder auf der deutschen Seite. Grenzsteine markierten unseren Weg. Der Panoramablick ins Kleinwalsertal mit dem Hohen Ifen, den Gottesackerwänden einerseits und der Blick in Richtung Oberstdorf mit dem Nebelhorn andererseits war schon beeindruckend und sollte bei keiner Wanderung im Kleinwalsertal fehlen.

Ein Besuch der Breitachklamm gehört ebenso dazu. Eine der schönsten Felsschluchten in den Alpen. Wir wanderten von Tiefenbach aufwärts durch die Schlucht über den Ausgang Walserschanz, Müllers Alpe, Schwende bis nach Riezlern. Bei dem sonnigen und warmen Wetter war es ein erfrischendes Erlebnis durch die kühle Schlucht zu wandern. Außerdem luden idyllische Plätze an der Breitach zu erholsamen Pausen ein.

Eine abwechslungsreiche Rundwanderung mit fast 15 km Wanderstrecke und ca. 600 Höhenmetern durch das Kleinwalsertal bildete den Abschluss der Wanderwoche. Vom Wildental führte zunächst die Tour entlang der Breitach bis Riezlern. Hier wechselten wir die Talseite und wanderten entlang des Schwarzwasserbachwegs mit der Naturbrücke und den vielen Gumpen und Wasserfällen bis hinauf zur Zafernaalpe. Mit der Zafernabahn ging es hinunter nach Mittelberg und zurück ins Wildental.

Bei einem gemütlichen Ausklang in unserem Gästehaus ließen wir noch einmal die vielen Eindrücke auf den Wanderrouten Revue passieren. Eine rundum sehenswerte Wanderwoche vor einer eindrucksvollen Bergkulisse, mit schönen Höhenwegen und romantischen Tälern mit klaren Bächen und grünen Almen. Und nicht zu vergessen die idyllischen Berghütten, wo es sich immer lohnte eine Wanderpause einzulegen. Alles hat bestens gepasst Wetter, Unterkunft, Organisation und motivierte Teilnehmer.

Wolfgang Beier

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