Berge mit Wolken | © DAV Dortmund

Lechtaler Höhenweg

Eine Woche voller Wolken, Regen und Matsch

26.07.2025

Eine Wanderwoche in den wilden Lechtaler Alpen war geplant, eine Woche voller Wolken, Regen, Matsch und schwieriger Wegstellen ist es geworden – und wir hatten unseren Spaß dabei!

Ende Juli treffen wir zu viert per Bahn und Bus im winzigen Ort Boden ein. Schon die Eingehtour zur Anhalter Hütte macht uns klar, dass uns das Wetter es nicht einfach machen wird. Mit Mühe haben wir unsere Sachen einigermaßen wieder trocken, als wir am nächsten Tag zur Hanauer Hütte aufbrechen. Eine kurze Etappe, die wir mit dem Klettersteig unterhalb der Hütte anreichern wollen. Kletterstellen bis D im Regen über einem tief unter uns rauschenden Bach bieten völlig neue Erfahrungen.

Die gemütliche Steinseehütte, die wir nach nur drei Stunden am nächsten Tag erreichen, zeigt uns einen schönen Ausblick auf den See – wenn man sich die Wolken wegdenkt.

Die nächste Etappe zur Memminger Hütte mit 14 km, 1300 Hm und vielen Wegabschnitten mit der Schwierigkeit T4 verlangt uns einiges ab. Immerhin können wir uns auf der Baustelle des Württemberger Hauses mit einem Kaffee stärken (Danke!).

Überraschung: Es scheint die Sonne!! als wir Tags drauf über einen Schmierseifenpfad zum Parseierbach absteigen und dann laaange zur Grießlscharte aufsteigen. Die Scharte trägt ihren Namen zu Recht: ein bröcklig-schmieriges Gestein macht den Aufstieg zur Kraftanstrengung. Oben hat sich das Wetter wieder mal geändert – es schneit.

Von der Ansbacher Hütte gehen wir morgens im Nebel auf die Sarnspitze 2624 m. Die wabernden Wolken erlauben ab und zu Ausblicke auf die Felsen rundum -toll! Über Alperschonjoch und Hinterseejoch erreichen wir das herrlich gelegene Kaiserjochhaus. Nach Einkehr und kurzer Überlegung, ob wir nicht dort die Etappe beenden, laufen wir dann doch über grüne Matten und Felsen weiter zur Leutkircher Hütte.

Nach Anraten des dortigen Hüttenwirts ändern wir am nächsten Tag unsere Route. Statt durch das Skigebiet der Valuga laufen wir über das verborgene Kar und die Erlachalpe. Der Höhepunkt der ganzen Tour, aber mit schwierigem Abstieg auf nassem Boden. Ungläubiger Kommentar beim Blick zurück: „Da sind wir runter gestiegen??“ Dieser letzte Tag wird gekrönt mit köstlichem Dal Bhat auf der Stuttgarter Hütte.

Eine wilde Tour, die ich gerne wiederholen würde – auch um mehr von den Bergen rundum zu sehen ;-)

Svetlana, Jörg, Gerd und Martin