Skitourengeher auf einem verschneiten Weg von hinten | © Tim Hilbrand

Skitourenwoche Passeiertal

28.02.2026

Abwechslungsreiche und gelungene Skitourenwoche im Passeiertal bei Meran in Südtirol.

Die Woche begann zunächst eher verhalten. Der Lawinenlagebericht zeigte zu Beginn noch eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) in allen Gebieten rund um unsere Unterkunft. Um ein gutes Gefühl für den Schneedeckenaufbau zu bekommen, führten wir mehrere Schneedeckentests durch. Gleich am ersten Tourentag entschieden wir uns, vor dem finalen Steilhang umzukehren. Diese Entscheidung machte einmal mehr deutlich, dass Verzicht am Berg eine wichtige Eigenschaft ist. Die zunächst ungünstigeren Bedingungen sowie zeitweise schlechtes und nebliges Wetter nutzten wir sinnvoll für ein ausgiebiges LVS-Training. Dieses wurde in zwei Gruppen durchgeführt – einmal für Anfänger*innen, einmal für Fortgeschrittene – sodass alle ihrem Kenntnisstand entsprechend üben und dazulernen konnten.  

Ab dem dritten Tag konnte es dann richtig losgehen: Der Himmel riss auf, das Wetter besserte sich deutlich, und durch hilfreiche Tipps von einheimischen Bergführern wussten wir zunehmend besser, welche Gipfel trotz der weiterhin anspruchsvollen Lawinensituation gut machbar waren. Im Laufe der Woche sank der Lawinenlagebericht in den umliegenden Gebieten schließlich auf Stufe 2, sodass sich plötzlich schier endlose Tourenmöglichkeiten eröffneten. Durch die beiden anwesenden Trainer*innen waren wir stets in zwei getrennten Gruppen mit jeweils etwa fünf bis sechs Personen unterwegs. Dadurch kamen sowohl Anfänger*innen als auch Fortgeschrittene voll auf ihre Kosten. 

Zu unseren Gipfelzielen gehörten die Alpenspitze ab Ulfas, die Schieferspitze ab Pfelders, die Schwarzseespitze und die Gürtelwand ab dem Timmelsjoch sowie die Hohe Kreuzspitze ab der Schneeberger Brücke und der Moosbichl ab den Rappenhöfen in St. Martin in Passeier. Die Touren umfassten jeweils zwischen 900 und 1350 Höhenmeter und dauerten etwa vier bis sieben Stunden. Damit bot die Woche eine schöne Mischung aus konditioneller Herausforderung, landschaftlichem Genuss und abwechslungsreichen Anforderungen im Gelände. Ein besonderes Glück hatten wir bei den Abfahrtsbedingungen: Trotz insgesamt eher durchwachsener Schneelage fanden wir noch unberührte Hänge mit sattem Pulverschnee. 
Oft waren wir dabei ganz allein in der wilden, eindrucksvollen Landschaft unterwegs. Neben großem Abfahrtsspaß kam auch immer wieder ein wenig Gipfelkraxelei hinzu, sodass die Woche nicht nur skifahrerisch, sondern durchaus auch alpinistisch einiges zu bieten hatte. 
Auch abseits der Touren war die Woche ein voller Erfolg. Die Abende waren geprägt von geselligem Musizieren, Lachen, Spielen und vielen guten Gesprächen. Durch die unterschiedlichen Altersgruppen innerhalb der Gruppe entstand ein besonders schöner intergenerationeller Austausch, der die Woche zusätzlich bereicherte. Die Stimmung war durchweg fröhlich, wohlwollend und ausgelassen – eine dieser seltenen Wochen, in denen einfach alles zusammenpasst: die Menschen, die Berge, das gemeinsame Unterwegssein.