8 Wanderer in Kühroint am Königsee | © DAV Dortmund

Transalp

zwischen Edelweiß, Eisbad und Auerhahn-Attacke

17.10.2026

Neun Tage, acht Teilnehmer, jede Menge Höhenmeter, traumhafte Bergpanoramen und ein Auerhahn, der offenbar etwas gegen unsere Tourenplanung hatte: Unsere Alpenüberquerung vom Königssee nach Lienz hatte alles, was ein gelungenes Bergabenteuer braucht!

Tag 1 – Vom Königssee ins Waschparadies Funtensee

Los ging’s ganz entspannt mit einer Bootsfahrt über den Königssee. Doch die Ruhe war schnell vorbei: Über die Saugasse arbeiteten wir uns hinauf zum Kärlingerhaus. Oben angekommen, hatten wir uns die Erholung redlich verdient. Nur mit der Körperpflege war das so eine Sache: Duschen? Fehlanzeige! Also wurde kurzerhand der Funtensee zum natürlichen Waschbecken umfunktioniert. Wellness kann so einfach sein. Man muss nur seine Ansprüche weit genug herunterkühlen.

Tag 2 – Auerhahn auf Angriffskurs

Über das Steinerne Meer wanderten wir zum Riemannhaus und stiegen anschließend nach Maria Alm ab – das war zumindest der Plan! Doch unterwegs wartete ein Gegner, mit dem niemand gerechnet hatte: ein ausgesprochen angriffslustiger Auerhahn! Ob er sein Revier verteidigen wollte oder einfach nur schlechte Laune hatte, blieb ungeklärt.

Wir waren auf vieles vorbereitet: steile Pfade, müde Beine, Wetterumschwünge. Aber ein Vogel mit fragwürdigem Sozialverhalten stand nicht auf unserer Liste. Die Begegnung machte jedenfalls Eindruck.

Tag 3 – Der Hundstein ruft

Von Maria Alm ging es hinauf auf den Hundstein und anschließend wieder hinunter nach Bruck. Höhenmeter sammeln, Aussicht genießen und die Beine daran erinnern, wofür sie eigentlich trainiert hatten – das übliche Transalp-Programm eben.

Tag 4 – Linseneintopf und ein Wiedersehen der besonderen Art

Von Ferleiten führte unser Weg zur Trauneralm. Dort wartete der vielleicht beste Linseneintopf seit Langem auf uns. Und dann geschah das Unglaubliche: Auch unser Auerhahn tauchte wieder auf! Ob er uns inzwischen ins Herz geschlossen hatte, sich für seinen Angriff entschuldigen wollte oder schlicht eine Schwäche für gute Küche besaß, bleibt erneut ungeklärt.

Tag 5 – Großglocknerkino und Eisbaden

Von der Trauneralm stiegen wir zur Unteren Pfandlscharte auf und weiter auf den Spielmann, um auch einmal Höhenluft auf über 3.000 Metern zu schnuppern. Oben angekommen, erwartete uns ein traumhaftes 360-Grad-Panorama mit dem Großglockner als Hauptdarsteller. Das Bergkino war grandios – und das ganz ohne Eintritt und Werbeunterbrechung!

Beim Abstieg zum Glocknerhaus sorgte ein beherzter Sprung in einen eiskalten Bergsee für die nötige Abkühlung. Und abermals lautete die Devise: Wer braucht schon eine warme Dusche, wenn er sich auch freiwillig in einen natürlichen Eiswürfel verwandeln kann?

Tag 6 – Edelweiß, Murmeltiere und ein perfekter Regenschauer

Vorbei am Margaritzenstausee und mit Blick auf den Pasterzengletscher stiegen wir zur Stockacherscharte auf. Kaum war die Scharte überwunden, öffnete sich vor uns das wunderschöne Leitertal – mit jeder Menge Edelweiß.

An der Salmhütte legten wir eine Pause ein. Perfektes Timing, denn prompt setzte ein Regenschauer ein. Während wir es uns gemütlich machten, zeigten sich an der Hüttentür die flauschige Nachbarschaft – Murmeltiere direkt an Hüttentürscheibe. Nach dem Schauer ging es gestärkt weiter zur Glorerhütte, wo wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang belohnt wurden.

Tag 7 – Wind, ein Böses Weibl und ein Wasserfall

Am nächsten Morgen blies uns der Wind beim Aufstieg zum Kastenegg und über das Böse Weibl ordentlich um die Ohren. Doch auch davon ließen wir uns nicht aufhalten. Unser Ziel war die Elberfelder Hütte. Kurz davor zeigte uns ein Wasserfall noch einmal, wie schön und wild die Bergwelt sein kann. Und auch hier ließ sich der eine oder andere Teilnehmer einen Sprung unter den Wasserfall nicht nehmen.

Tag 8 – Zwei Seen und ein traumhafter Ausblick

Von der Elberfelder Hütte führte unsere Route zur Wangenitzseehütte. Der letzte Anstieg über die Seescharte hatte es noch einmal in sich. Doch oben angekommen, wurden wir mit einem fantastischen Ausblick auf den Kreuzsee und den Wangenitzsee belohnt.

Natürlich durfte auch hier ein erfrischendes Bad im See nicht fehlen. Langsam stellte sich die Frage, ob wir eigentlich eine Transalp machten oder heimlich für die Deutsche Meisterschaft im Eisbaden trainierten. Nach der Erfrischung standen nur noch eine leckere Mahlzeit und eine gemütliche Runde Kniffeln auf dem Programm. Die einzige Person, die in dieser Nacht noch Höhenmeter machte, war ein anonymer Schnarcher – und zwar auf dem Weg in den Winterraum.

Tag 9 – Der letzte Abstieg und das wohlverdiente Eis

Der letzte Wandertag führte uns von der Wangenitzseehütte hinunter zur Winklerner Hütte, wo wir noch einmal eine Pause einlegten, bevor es endgültig zurück in die Zivilisation ging.

Lienz empfing uns mit Sonnenschein und Eis – eine hervorragende Kombination nach so vielen Tagen in den Bergen. Am Abend ließen wir unsere Tour bei einem Italiener mit Pizza und Aperol gemütlich ausklingen. Die Gespräche drehten sich um die schönsten Aussichten, die anstrengendsten Anstiege und die Frage, wer eigentlich am meisten Muskelkater und die größte Angst bei der Auerhahn-Attacke hatte.

Unser Fazit

Neun Tage voller Berge, Abenteuer und Gemeinschaft liegen hinter uns – mit Edelweiß statt Alltag, Eiswasser statt Wellness und einem Auerhahn mit Aggressionspotenzial. Eine Alpenüberquerung ist eben mehr als eine sportliche Herausforderung. Es ist ein Erlebnis, bei dem man gemeinsam schwitzt, lacht, friert, isst, die Muskeln dehnt und manchmal auch die Schlafplätze neu verteilt ;)

Mit dabei waren Angela, Imke, Frederik, Kathi, Mareile, Elke, Martina und Martin