Am fünften Tag war das Hungergefühl nicht mehr da.
Der Weg war da, mit viel Sonne die uns verwöhnte.
Wir rückten enger zusammen.
Nicht aus Angst – sondern aus Achtsamkeit.
Und während wir so gingen, merkten wir etwas:
Der Weg war nicht nur da draußen.
Er verlief auch in ihnen.
Jeder Schritt löste etwas.
Ein Gedanke wurde klarer.
Eine alte Sorge leiser.
Ein innerer Druck weicher.
Am nächsten Tag erreichten wir einen See.
Die Sonne war mit ihrem Wärmen da.
Vor uns lag ein glitzernder See umrahmt vom Wald.
Wir stellten unsere Rucksäcke ab.
Setzten uns ins Gras.
Niemand sagte sofort etwas.
Wir waren nicht mehr dieselben wie am Parkplatz am Anfang zuvor.
Nicht völlig verwandelt.
Nicht schwerelos.
Aber geerdeter.
Wacher.
Miteinander vertrauter.
Einer aus der Gruppe sagte schließlich:
„Komisch. Ich dachte, wir suchen hier etwas.
Aber eigentlich hat der Weg uns gefunden.“
Und vielleicht stimmte das.
Denn der Weg hatte uns gezeigt,
dass man nicht alles alleine tragen muss.
Dass Langsamkeit Stärke sein kann.
Dass Verzicht Raum schafft.
Und dass Gemeinschaft trägt – auch bergauf.